"Des Dichters Aug-in schönem Wahnsinn rollend-gibt allen Dingen ihren Platz."-

Shakespeare.-

Ziel der Kunst und Ursprung der Kunst ist Begeisterung.-

Begeistert sein-und gleichzeitig kritisch-da geht nicht.Das klingt so vernünftig:"Man darf auch die großen Genies nicht kritiklos konsumieren".-Und doch geht es völlig am Wesen der Kunst vorbei.

Man denke an die kreischenden teenies -und sage denen."Das und das müßt ihr aber kritisch sehen".-Die würden sie mit ihren Kulleraugen ziemlich verständnislos ansehen.-

Kritisieren kann man die Gestaltung.Bspw kann man sagen.Hamlet wäre überzeugender,wenn er am Ende leben bleiben würde.Das wäre zwar Blödsinn-aber solche Kritik wäre prinzipiell wenigstens berechtigt.Sie schließt allerdings Begeisterung aus.-

Wer meint,er müßte selbst am Hamlet rumkritteln-und wer da seine eigene poplige Sicht der Geschichte vermißt,möge das tun.-Militarismus war damals eine Tugend.Hamlet ja noch fast ein Wikinger.Nationen ohne ausreichenden Militarismus wurden besetzt und unterjocht-wie das angelsächsische England.-

Im Coriolan erklärt eine Römerein so etwa:"Lieber sollen 11 meiner 12 Söhne ehrenvoll fürs Vaterland sterben,als daß nur einer sich dem Müßiggang hingibt."

Das war eben die Größe Roms-und sie wird in einem Satz sichtbar.Das ist eben der Fußstapfen des genies Shakespeare.Ist das nun seine Ansicht?-

Es ist schon eine eigenartige Methode,erst zu unterstellen,daß eine Person im Drama nicht die eigene Meinung wiedergibt,sondern die Shakespeares-und dann an Shakespeare rumkritteln wegen dieser Meinung.Es gibt prinzipiell keine Möglichkeit,zu erkennen,wo Shakespeares Personen dessen eigene Meinung wiedergeben-wenn er überhaupt feststehende Meinungen hatte.Es gehört ja gerade zu seinem Genie,daß er sich selbst in Mörder perfekt hineindenken kann-und in liebestolle Mädchen uswusw.und er übernimmt jeweils den vollen Kosmos von deren Anschauungen.-

Im übrigen ist die Weltanschauung eines Künstlers völlig schnurz.

Ein Chacmol ist nicht deshalb eine weniger gute Plastik,weil er offenkundig auf Menschenopfer wartet.Ein Kunstwerk ist unabhängig von der Weltanschauung des Künstlers.Es kommt allein darauf an,wie wirkungsvoll er seine Visionen realisiert hat.-

Anderes Thema:

Warum ist auch der geniale Künstler angestrengt?-

Er hat zu wählen zwischen zig Versionen bspw eines Verlaufs eines Dramas.Alle Versionen laufen in seinem Kopf ab-gelegentlich jeweils mit gewaltigen seelischen Erschütterungen.Jede Person hat verschiedene Möglichkeiten-jeder Satz kann unterschiedlich formuliert werden.Ständig muß der Künstler bewerten,was dem großen Eindruck am meisten dient.

Bewerten,verwerfen,neu schreiben-notfalls allein im Kopf-.

Aber bei all dem muß er letztlich voll auf der Höhe des Dramas als Gesamtwerk sein-das heißt in hohem Erregungszustand.-Und das strengt mE an.Ich kenne Künstler.Die sind völlig ausgelaugt nach einem Bild-selbst wenn sie es in wenigen Stunden malen.-

 

Kroetz beschreibt sein Tun als eine Sache ständig am Rand des Selbstmord.-

Es muß eine Schinderei sein -aber auf einem hohen Niveau der seelischen Anspannung.-

Soviel zu 1 % Genie-99 % Schweiß.

Christoph Schlobies

Diplom-Physiker ,Kampfdenker

www.schlobies.de

mein Kulturtip:

www.juane-delia-von-hemmer.de

1.Malerin des Transmorphismus